Gleichstellung für alle
In der aktuellen politischen Debatte begegnet uns immer häufiger ein Begriff, der wie ein Schutzschild gegen sachliche Kritik eingesetzt wird: «Anti-Gender». Wenn wir als IGM auf die systematische Benachteiligung von Vätern im Familienrecht hinweisen, werden wir zunehmend in diesen Topf geworfen. Das Ziel dieser Etikettierung ist klar: Legitime Anliegen sollen durch die Assoziation mit extremistischen Positionen delegitimiert und aus dem Diskurs gedrängt werden.
Doch wir lassen uns nicht mundtot machen. Unsere Kernbotschaft ist unmissverständlich: Wir sind nicht «Anti-Gender». Wir sind Pro-Gleichstellung – für alle. Eine Gleichstellungspolitik, welche die Anliegen der männlichen Hälfte der Bevölkerung systematisch ignoriert, verdient diesen Namen aber nicht; sie ist reine Interessenpolitik.
Die Fakten sprechen eine deutliche Sprache, auch wenn sie im öffentlichen Diskurs oft unsichtbar gemacht werden. Männer in der Schweiz haben eine um 4.1 Jahre niedrigere Lebenserwartung als Frauen. Bei Männern ist die Suizidrate drei- bis viermal höher, wobei geschiedene und getrennt lebende Männer besonders gefährdet sind. Während für Männer der Militärdienst obligatorisch bleibt oder eine Ersatzabgabe fällig wird, fehlen in der Bildung und Gesundheitsprävention spezifische Programme für Jungen und Männer fast gänzlich.
Besonders schmerzhaft ist die Realität im Familienrecht, dem Kernthema unserer Gemeinschaft. Trotz rechtlicher Möglichkeiten wird die gemeinsame Obhut in der Praxis oft verhindert, und Väter müssen ihre Erziehungsfähigkeit mühsam beweisen, während sie bei Müttern vorausgesetzt wird. Wenn Besuchsrechte missachtet werden, greifen Behörden selten konsequent ein, was Väter oft zu reinen «Zahlvätern» degradiert. Themen wie Eltern-Kind-Entfremdung (Parental Alienation) oder die verheerenden Folgen von unreflektiert geglaubten Falschbeschuldigungen werden in Gerichtsentscheiden kaum gewürdigt.
Was wir fordern, ist moderne Gleichberechtigung, nicht Rückschritt:
- Gemeinsame Obhut als gesetzlicher Standard ab Geburt.
- Wirksame Sanktionen bei der Verletzung von Besuchsrechten.
- Faire Unterhaltsregelungen, welche die tatsächliche Betreuungsleistung beider Eltern berücksichtigen.
- Eine geschlechtsspezifische Suizidprävention, die besonders Väter in Trennungssituationen abholt.
Wir kämpfen nicht gegen Frauenrechte oder gegen die Gleichstellung. Wir kämpfen dafür, dass Väter nicht mehr als Bedrohung, sondern als gleichwertige Elternteile wahrgenommen werden. Väter sind Eltern. Väter haben Rechte. Und eine Gesellschaft, die das Wohl der Kinder ins Zentrum stellt, muss anerkennen, dass Kinder ein Recht auf beide Elternteile haben.
Bleiben wir in unseren Diskussionen sachlich, faktenbasiert und konstruktiv. Unsere Stärke liegt in der Wahrheit unserer persönlichen Geschichten und der Unwiderlegbarkeit der Statistiken. Wir sind bereit für den Dialog – für eine echte Gleichstellung, die niemanden zurücklässt.