Aktionstag gegen Eltern-Kind-Entfremdung 2025 in Thun

Jedes Jahr rückt am 20. November am Internationalen Tag der Kinderrechte das Thema Eltern-Kind-Entfremdung (EKE) in den Mittelpunkt – Nachlese der Standaktion der IGM Schweiz beim Anlass «Stop! Forever!» auf dem Rathausplatz in Thun

Inhaltlich geht es am Internationalen Tag der Kinderrechte um die öffentliche Sensibilisierung zu einem der zentralen Themen von IGM Schweiz, denn die Mehrzahl der IGM-Mitglieder sind im Rahmen ihrer Trennungen und Scheidungen von Eltern-Kind-Entfremdung (EKE) betroffen.

 

Aus diesem Grund engagiert sich IGM Schweiz jedes Jahr wieder neu bei öffentlichen Aktionen am Internationalen Tag der Kinderrechte. Am 20.11.2022 wurde in Köniz bei Bern zusammen mit unserem Dachverband GeCoBi die Sensibilisierungskampagne «Genug Tränen» initiiert, am 20.11.2023 wurde in Bern seitens GeCoBi eine Podiumsdiskussion mit Politikern zur Thematik Eltern-Kind-Entfremdung durchgeführt, und am 20.11.2024 beteiligte sich die IGM Schweiz an der seitens GeCoBi organisierten Mahnwache auf dem zentral gelegenen Waisenhausplatz in Bern: Dort sorgte das Lichtermeer von für entfremdete Kinder angezündeten Kerzen für Aufmerksamkeit.

 

Am vergangenen 20. November 2025 haben wir uns zusammen mit anderen Fach-Organisationen und Betroffenen auf dem Rathausmarkt in Thun mit einem IGM-Informations-Stand und einem Fachbeitrag und Betroffenen-Interview in die EKE-Sensibilisierungs-Aktion «Stop! Forever!» eingebracht.

 

Unter dem Motto "Kinder brauchen beide Eltern" ging es vor Ort darum, das Tabu zu EKE zu brechen und die Öffentlichkeit für die Thematik zu sensibilisieren. Ziel ist es immer wieder, den betroffenen Kindern und deren unter dem Kontaktabbruch leidenden Umfeld eine Stimme zu geben und auf die oft unterschätzten Langzeitfolgen aufmerksam zu machen.

 

Eltern-Kind-Entfremdung (EKE) geschieht häufig in konfliktreichen Trennungssituationen. Dabei lehnt ein Kind ohne nachvollziehbaren Grund ein Elternteil ab, meistens unter dem Einfluss des anderen Elternteils. Vor Ort haben wir viel positives Feedback erhalten und aufschlussreiche Gespräche mit Passanten und Betroffenen geführt. Im Voraus und auch danach gab es einige regionale Medienberichte; Radio- und Fernseh-Teams haben das Thema in Beiträgen erwähnt. Das zeigt, dass die Betroffenheit zum Thema viel grösser ist, als man sich vorstellt. Darum ist es wichtig, dass es auch in Zukunft solche Anlässe gibt, die auf Eltern-Kind-Entfremdung aufmerksam machen und das Tabu brechen.

 

Grossen Dank an alle Mitglieder, die am Anlass in Thun mit dabei waren und die IGM-Stand-Aktion umgesetzt haben. Es braucht immer wieder engagierte Freiwillige, die sich mit Flyer-Verteilen und informativen Gesprächen für unsere Sache einsetzen. Gerade Ende November muss auch den widrigen Witterungsbedingungen getrotzt werden: Auch in Thun wurde das gesamte Abendprogramm wieder von kalten Temperaturen und Schneefall begleitet.

 

Hintergrundinformationen zu Eltern-Kind-Entfremdung:

In der Schweiz verlieren jedes Jahr rund 10% der von einer Trennung/Scheidung betroffenen Kinder den Kontakt zum getrenntlebenden Elternteil, meist dem Vater. Bei rund 17'000 von Trennung und Scheidung betroffenen Kindern pro Jahr sind das 1’700 Kinder, die einen mehr oder weniger vollständigen Kontaktabbruch erleben. Ein solcher Kontaktabbruch kann verschiedene Gründe haben. Zu diesen Gründen gehört auch die Eltern-Kind-Entfremdung. Dabei bricht der Kontakt zum getrenntlebenden Elternteil ab, obwohl dieser sowohl fähig als auch willens wäre, den Kontakt zu erhalten.

Der Dachverband GeCoBi und die IGM Schweiz fordern, dass die Umsetzung der vorhandenen Gesetze stärker begleitet wird. Wir verlangen kontinuierliche Weiterbildung und Sensibilisierung der involvierten Gerichte, Behörden und Fachpersonen auf allen Stufen. Bewusste, absichtliche Kontaktbehinderung muss für die agierenden Personen Konsequenzen bis hin zur Strafverfolgung haben.