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Frage: Meine Tochter will ihren Vater nicht mehr besuchen, von dem ich mich im Streit scheiden liess. Ich finde, ihr Entscheid und ihr Wille sind wegen des Kindeswohls zu akzeptieren. Wie sehen Sie das? Gegenfrage: Was würden Sie tun, wenn Ihre Tochter eines Tages sagen würde, sie hätte sich entschieden, nicht mehr zur Schule zu gehen? Sie wären kaum der Ansicht, dass ihr Wille und ihre Entscheidung zu akzeptieren seien. Als verantwortungsvolle Mutter würden Sie stattdessen nachfragen, ob etwas auf dem Schulweg vorgefallen ist, ob der Kontakt zum Lehrer nicht optimal oder ob sie im Unterricht über- oder unterfordert ist. Was auch immer das Problem wäre: Im Wissen darum, dass ein Problem zunächst einmal eine Abweichung vom gewünschten Zustand ist, würden Sie gemeinsam mit allen Beteiligten versuchen, das Problem zu analysieren, das Ziel zu definieren und eine Lösungsstrategie vorzuschlagen. Dieses Vorgehen ist auch beim Problem mit dem Besuchsrecht zu wählen: Es ist zum Wohl Ihrer Tochter, wenn sie ohne Loyalitätskonflikte oder Ängste und ohne unbeantwortete Fragen einen guten Kontakt zu ihrem Vater haben kann.
Quelle: Beobachter
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