Beratung f�r Männer bei Scheidung oder Trennung, professionelle Konvention, Info-Beratungsdienst

 suchen 
 sitemap 
 impressum
 Seite drucken

Die Märchenecke

heute:

Lohndiskriminierung – Das Märchen von den 25%

Von George Zimmermann

Stellen Sie sich vor,

Sie gingen einfach in die nächste Bankfiliale und verlangten dort einen ungedeckten Personalkredit. Zum Beispiel um die Anzahlung für einen Hauskauf zu finanzieren. Die erste Frage, die Ihnen der Banker stellen wird: "Was - ausser der Liegenschaft - können Sie als Sicherheit bieten? Haben Sie verpfändbare Wertpapiere, Aktien oder andere schnell liquidierbare Werte?“. Wenn Sie NEIN sagen, sind Sie schneller aus der Bank draussen als Sie reinkamen. Der Bänkler will nämlich sein Risiko, dass Sie später einmal nicht mehr Zinsen und Amortisation bezahlen können gegen Null minimieren. Die typische „Batze und Weggli“-Attitüde.

Ihre Bonität

haben Sie in diesem Fall nicht nachweisen können, da Ihnen der Bänkler nur dann Geld - gegen Zinsen notabene - verleiht, wenn Sie den Nachweis erbringen, dass Sie es eigentlich gar nicht nötig hätten. Diesen Nachweis konnten Sie nicht erbringen, also kriegen Sie auch kein Hypothekardarlehen. Dumm gelaufen. Pech gehabt.

Im Personalwesen

zeigen sich analoge Strukturen. Vor allem dann, wenn es sich darum dreht Männer oder Frauen einzustellen und zu entlohnen. Auch hier wird nach der Bonität gefragt. Der Spezialist für Lohnfragen im Auftrag der Eidgenössischen Kommission für Frauenfragen ist das Büro BASS, Büro für arbeits- und sozialpolitische Studien in Zusammenarbeit mit dem Departement für Volkswirtschaftlehre an der Uni Bern. (Prof. Dr. Michael Gerfin). Die EKF setzt sich für die Amtsdauer 2008 bis 2011 zusammen aus 22 Mitgliedern: 19 Frauen und 3 Männern. Die Männer repräsentieren darin 14% der Bevölkerung.

Die letzte greifbare Studie (25%)

ist der Schlussbericht von 2008. In der Einleitung „Das Wichtigste auf einen Blick“ heisst es wörtlich: „Frauen verdienten also 2008 im Durchschnitt 25 Prozent weniger als Männer“. Das bezieht sich „auf den auf Vollzeit standardisierten Bruttolohn“. (siehe Tabelle 1). Mittlerweile operiert jeder Journalist und jede Zeitung mit dieser ach so einfach zu begreifenden Zahl. Eingängig und medienwirksam. Einträchtig dazu gesellen sich in bunter Reihenfolge Gewerkschaften, Politische Parteien und deren Untergrüppchen, Gender Bureaux, Kantone und Gemeinden als Arbeitgeber usw. Wir wissen, dass die Personalkosten in einer Unternehmung den Löwenanteil der Kosten verursachen. Daher auch die stoische Wiederkehr der Zeitungsmeldungen, die Firma XY müsse Personal abbauen, um die Kosten in den Griff zu kriegen. Warum stellt den niemand Frauen anstatt Männer ein? Die würden mit gleichem Personalbestand 25% weniger Kosten verursachen. Wenn denn dem so wäre.

Dass die Studie 94 Seiten hat, scheint noch kaum jemand bemerkt zu haben. Bei näherem Hinsehen tauchen dann doch noch die Begriffe „Persönliche Qualifikation“, „arbeitsplatzbezogene Merkmale“ „Unternehmensspezifische Merkmale“ und „weitere Faktoren“ auf. Alles Eigenschaften eines Arbeitnehmers, die eine Lohndifferenz rechtfertigen.

Tabelle 1

Das sagt sogar die Studie. Es handelt sich also um objektive und beschreibbare Faktoren. Das wird der „Erklärliche Anteil“ genannt. Die erklärliche Lohndifferenz der Frauen zu den Männern sank von 1998 bis 2008 von 15.2% auf 14.7%. Im Klartext: Selbst die Studie weist im selben Zeitraum einen „Unerklärlichen Anteil“ von 10.6% bis 9.4% (2008) aus (siehe Tabelle 2).

Tabelle 2

Zunächst wären 9.4% richtig

als Nennung der niedrigeren Frauenlöhne. Er wird monströs als „Diskriminierungseffekt“ bezeichnet. Noch nicht einmal ansatzweise wird versucht, den „Unerklärlichen Anteil“ der Minderlöhne zu diskutieren. Der schwarze Peter wird ganz einfach an „Personaler“ und deren Unternehmen weitergegeben. Ich machte mich auf die Suche nach den „unerklärlichen, diskriminierenden“ Faktoren, von denen in der Studie nichts zu finden ist.

Überstunden

Vollzeit arbeitende Männer machen in wesentlich grösserem Umfang Überstunden als Frauen. Das gilt fast ausnahmslos für sämtliche Wirtschaftszweige in den Sektoren Industrie- und Dienstleistungen. Im Kredit- und Versicherungsgewerbe leisten Männer 121 Überstunden jährlich. Frauen 53. Im Sektor Immobilien, Informatik und Forschung und Entwicklung lauten die Zahlen 72 zu 42. Auch im traditionellen Frauenberuf des Gesundheits- und Sozialwesen leisten Männer 55 Überstunden, Frauen 27.(1) Es handelt sich hier um Vollzeitstellen und nicht um Stundenlöhner. Ebenfalls ist nicht ersichtlich, ob die Überzeit bezahlt oder (wie im mittleren und höheren Kader üblich) unentgeltlich geleistet wird. Tatsache ist jedoch, dass das Kriterium „Leistungsbereitschaft“ offensichtlich von Arbeitnehmerinnen weniger stark gewichtet wird. Wenn Not am Mann ist, sind die Männer da, Frauen nicht. Das wissen die „Personaler“.

Führen von Teilzeitkräften

Der Einsatz von Teilzeitkräften heisst: Mehrere Menschen teilen sich die gleiche Arbeitsleistung. 86% der Männer arbeiten Vollzeit. 41% der Frauen arbeiten Vollzeit. Hingegen arbeiten nur 8% der Männer Teilzeit zwischen 50% und 100% und gar nur 6% Teilzeit weniger als 50%. Aber 32% der Frauen arbeiten Teilzeit im Umfang von 50% bis 89%. 27% arbeiten Teilzeit mit einem Pensum von weniger als 50%. (2). Fast zwei Drittel aller Frauen arbeitet also Teilzeit.

Teilzeit Arbeitende müssen ja ebenfalls geführt werden. In der Schweiz arbeiten im privaten Sektor ca. 1.6 Mio Männer und 1.2 Mio Frauen, also ingesamt etwa 2.8 Mio. Arbeitende. Das heisst 57% aller Arbeitenden sind Männer und 43% sind Frauen. Frauen leisten häufiger Teilzeitarbeit als Männer. Etwa zwei Drittel aller Frauen sind teilzeitbeschäftigt mit einem Pensum von 20% bis 90%. Wir haben also etwa 800‘000 Teilzeitbeschäftigte Frauen im Land. Unter der Voraussetzung, dass die durchschnittliche Teilzeitbeschäftigung der Frauen 50% betrage, sind also an 400‘000 Arbeitsstellen zwei Frauen zu führen. Bekanntlich beinhaltet eine Kaderfunktion unter anderem auch die Führung des Personals. Es müssen also Kaderstellen vorhanden sein, um die zusätzliche Führungsfunktion wahrzunehmen. In Kaderfunktionen sind 38.1% (610‘000) Männer und 24.3% (290‘000) Frauen tätig. Also insgesamt 900‘000 Kaderstellen. Anstatt 1.9 Mio Mitarbeiter (2.8 Mio. abzüglich der Kader) zu führen sind 2.3 Mio. zu beaufsichtigen. Das sind 20% mehr Kaderstellen, die alleine dadurch notwendig sind, um die Teilzeitbeschäftigten einzusetzen. Egal, ob Frauen oder Männer diese Kaderstellen besetzen, es sind 180‘000 Kaderstellen notwendig. Wird ein durchschnittlicher Kaderlohn von CHF 9‘000 (108‘000 p.a.) eingesetzt, reden wir hier von Zusatzkosten von über 19 Milliarden! CHF jährlich. Diese Führungskosten erklären damit mindestens weitere 5% der Lohndifferenz zwischen Männern und Frauen.

Von den echten 9.4% Lohndifferenz laut der Studie Bass bleiben damit an „Diskriminierung“ gerade noch 4.4% übrig.

Zeitverlust durch Job-Übergabe

Teilen sich mehrere Mitarbeiter den selben Job, müssen sie sich gegenseitig orientieren wie weit der „Abtretende“ gekommen ist, und wo der Neue“ weitermachen muss. Die Engländer nennen das „briefing“. Das benötigt Zeit. Wenn das je 8-Stunden-Tag nur 15 Minuten dauert, sind das 3% der gesamten Arbeitszeit. Das gilt für beide Mitarbeiter gleichzeitig. Die müssen ja miteinander reden. Nicht alle Teilzeitarbeitenden müssen eine job-Übergabe machen. Einige sind auch teilzeitbeschäftigt ohne einen Job-Partner zu haben. Etwa ein Drittel aller Frauen haben einen Teilzeitjob bis 50%. Dort ist eine Übergabe wahrscheinlich. Der Arbeitzeitverlust liegt also bei ca. 0.8%.

Von den echten 9.4% Lohndifferenz laut der Studie Bass bleiben damit an „Diskriminierung“ gerade noch 3.6% übrig.

Das wären die harten Argumente. Es folgen noch eine Reihe von weichen Argumenten.

Frauen können nie verlieren

Ich behaupte aus jahrelanger Erfahrung, die Führung von Frauen sei aufwändiger und schwieriger im Unterschied zu Männern. Ein zu Recht und massvoll getadelter Mann nimmt sich die Kritik zu Herzen und damit hat sich die Geschichte erledigt. Er hat in diesem einen Punkt verloren und hält sich in Zukunft an die ihm auferlegten Spielregeln. Er weiss auch: Ausreden gelten nicht. Meist als Alleinverdiener, der sich über seinen job definiert, hat er auch Angst, den job zu verlieren.
Anders verhalten sich Frauen. Für eine Frau sind Massregeln immer nur eine temporäre Sache. Über kurz der lang wird sie sich nicht mehr an die klar und verständlich vorgetragene Anordnung halten. Bei erneutem Tadel ist die Liste der Ausflüchte und Ausreden endlos. Die Angst, den job zu verlieren, ist bei Doppelverdienenden nicht allzu gross. Alleinverdienende sind daher auch etwas weniger schwierig zu führen.
Als Lohndifferenz zu beziffern ist dieser Einfluss kaum. Ein Gewicht bei der „Einkaufsentscheidung“ „pro Mann“ oder „pro Frau“ hat es aber wohl.

Die Job-Präferenzen

Teilzeitarbeitende Frauen werden wie magisch angezogen von denjenigen Tätigkeiten, bei denen eine Teilzeitbeschäftigung leicht möglich ist. Von der Bureauangestellten über die Coiffeuse bis zur Kindergärtnerin reicht die Palette. Bezeichnenerweise gibt der Kanton St.Gallen in seiner Publikation (Lohntabelle 2010)3 nur die Löhne für KindergärtnerINNEN an. Erst für die Stufe Volksschule wird von „Lehrkräften“ gesprochen. Unterschiede zwischen Mann und Frau sind nicht zu finden. Wohl aber wird zwischen Funktionsstufen unterschieden. Je Überstunde erhält eine Kindergärtnerin dort zwischen CHF 148.60 und 300.00. Also etwa soviel, wie ein mittelmässiger Rechtsanwalt als Stundensatz verrechnet. Von Unterbezahlung also keine Spur. Wenn sich Frauen für Tätigkeiten in Tieflohnbereichen entscheiden, nur weil ihnen das besser passt, ist das deren Sache. Es rechtfertigt aber hinterher kein Gejammere über weniger Einkommen.
Kindergärtner gibt es sowieso praktisch keine mehr, seit 1995 der Kindergärtner Rainer Möllers nach nach 26 Monaten Haft (mit 20 Mark pro Hafttag Entschädigung = 15‘600 DM) und dreijährigem Prozess vom Vorwurf freigesprochen wurde, er habe mehr als 50 Kinder aufs schändlichste missbraucht.4) Es handelte sich um einen Montessori Kindergarten. Offensichtlich beruhte alles auf Vermutungen der Eltern.
In den Industriebereichen, in denen heute Arbeitskräftemangel besteht sind kaum Frauen zu finden. In der Technik und den Ingenieurwissenschaften jedenfalls nicht. Weibliche Studenten sind vornehmlich in den geisteswissenschaftlichen Disziplinen wie Ethnologie, Theologie und Sozialwissenschaften anzutreffen. Eine Pfarrerin verdient in Zürich immerhin durchschnittlich CHF 11‘000 im Monat.5)
Minderlöhne der Frauen werden mithin auch von der Auswahl der Berufsgattung für die Frau massgeblich beeinflusst. Ich wage die Behauptung, dass sich dadurch weitere 1-2% erklären lassen. Vielleicht im Mttel 1.6%.

Von den echten 9.4% Lohndifferenz laut der Studie Bass bleiben damit an „Diskriminierung“ gerade noch 2.0% übrig.

Damit liegen wir in einem Bereich, in dem die Datenlage so dünn ist, dass weitere Erklärungsversuche reine Spekulation wären. Ebenso liegen wir in einem Bereich, den der Statistiker als „Unschärfe“ bezeichnet.
Wir sind wieder am Anfang des Artikels angelangt: Im Bereich der Märchen und der „Batze und Weggli“ Attitüde.

Ich stelle fest: Gleiche Arbeit wird mit gleichem Lohn abgegolten. Frauen wollen gleichen Lohn für gleichWERTIGE Arbeit, aber sie wollen das WERTIGE selbst bestimmen. Zum Frauentarif. Dafür leiht ihnen die Wirtschaft kein Ohr und keine Hypothek. Höchstens ein müdes Lächeln. Frauen sind also schneller draussen, als sie reingekommen sind.

Quellen

  1. www.buerobass.ch
  2. www.bfs.admin.ch
  3. www.bfs.admin.ch
  4. www.schule.sg.ch
  5. www.focus.de
  6. www.reformiert.info

 

 

Schick en Kaktus
Schick en Kaktus >>

Schrift zu klein?

Mit der Tastenkombination [Ctrl][+] können Sie die Bildschrimdarstellung schrittweise vergrössern - und mit [Ctrl][-] wieder verkleinern.

So funktionieren wir

T 062 844 11 11

gratis Rechtsauskunft
klick aufs Bild > mehr Info

Exklusiv für unsere Mitglieder:

+ Checkliste Trennung/Scheidung
+ Scheidungs-Vereinbarung
+ persönliche Beratung
+ Unterstützung im Schriftverkehr

Ja, ich will Mitglied werden!